Frage der Woche (37): Morgens halb zehn in Winterhude – was passiert da in Eurem Quartier?

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Jede Woche beantworten die Stadtteilreporter eine Frage zu ihrem Viertel. Diesmal erzählen sie, wie es morgens um halb zehn in ihrem Quartier aussieht. Was für Leute sind da unterwegs und was tun sie typischerweise? Wo ist das Viertel noch ein bisschen verschlafen, wo herrscht schon geschäftiges Treiben? Hier stellen unsere Stadtteilreporter stellen einen ganz normalen Morgen in ihrem Quartier vor.

Stadtteilreporter Christian Wackert:

Morgens um halb zehn – eine wunderbare Zeit für Studenten! (Bild: C. Wackert)

Morgens um halb zehn – eine wunderbare Zeit für Studenten! (Bild: C. Wackert)

Morgens halb zehn in Winterhude: Eine schöne Zeit. Die ersten Parkplätze werden wieder frei. Der Stau am Winterhuder Marktplatz löst sich langsam auf. Und nicht zu vergessen: Die Kinder sind auch zur Schule gebracht. Das Schieben und Drängeln vor der katholischen Schule in der Alsterdorfer Straße hat also auch ein Ende.

Für Studenten wie mich, die gerne auch einmal länger als halb zehn schlafen und sich danach gemütlich mit Kaffee und Croissants eindecken, eine wunderbare Zeit. Gerade unter der Woche merkt man, dass sich der morgendliche Stress ein wenig legt.




Eine Laub-Lauf-Straße (Bild: P. Vagt)

Eine Laub-Lauf-Straße (Bild: P. Vagt)

Stadtteilreporterin Pia Vagt:

Morgens um halb zehn mache ich Pause – das habe ich vollkommen kritiklos so vom TV-Spot übernommen.

Was die anderen dann machen, kann ich also gar nicht so richtig beantworten…

Später habe ich allerdings festgestellt, dass die Blatteinsammler wohl auch pausiert haben, die Bürgersteige sind nämlich immer noch voll mit Herbstlaub!


Stadtteilreporterin Magalie Michalak:

Morgens halb zehn in Winterhude ist eine besonders schöne Zeit, wie ich finde. Ich bin zu gerne morgens um halb zehn in meinem Quartier unterwegs und mische mich unter die anderen Winterhuder, die ihrerseits ihren täglichen Verpflichtungen nachgehen.

 
Im Kiosk auf dem Poelchaukamp werden seit Tagesbeginn Zeitungen verkauft, während bei Douglas noch die letzten Schaufenster in Szene gesetzt werden. Der Blumenverkäufer der „Blumenbörse“ auf dem Mühlenkamp ist damit beschäftigt, seine prächtige Blumenauswahl dekorativ vor seinem Laden aufzubauen. Seine Kollegen von „Blume 2000″und „Timely Flowers“ tun es ihm gleich und arrangieren ihrerseits ihre ausufernde Blumenvielfalt vor ihren Geschäften. Die Verkäufer und Verkäuferinnen des Fischladens auf dem Mühlenkamp sind schon seit einiger Zeit dabei, die frischesten Fische des Viertels an die gut betuchte Kundschaft zu verkaufen, während in der „Bäckerei Junge“ der Run auf die besten Brötchen und den guten Coffee to go schon wieder ein wenig abgeebbt ist: Hier werden mittlerweile schon die Kuchenteilchen und Tortenstücke für die nachmittägliche Kuchentafel verkauft.

Das Kosmetikstudio Adam & Eve auf dem Mühlenkamp hat noch nicht geöffnet, aber die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren: Hier kann man sich nämlich fast täglich ab zehn Uhr morgens rundum verschönern lassen kann.

Mein Lieblings-Café, das Café Elbgold direkt gegenüber, hat bereits seit acht Uhr geöffnet. Ähnlich wie in der Bäckerei lässt hier der erste Ansturm des Tages auf den besten Coffee to go des Viertels und köstliche Teilchen auch langsam nach. Die ersten Spätaufsteher finden sich langsam zum entspannten Frühstück mit deliziösen Bagels und herrlichem Latte Macchiato ein. Hier lasse auch ich mich, wenn es denn meine Zeit erlaubt, zu gerne nieder, um bei Kaffee und Snack auf einem der Barhocker am Fenster mit Blick auf den Mühlenkamp gemütlich in den Tag zu starten, das Treiben auf der Straße zu beobachten und die Tageszeitung zu studieren. Besonders liebe ich es, wenn ich beim Verlassen des Café Elbgold selber komplett nach Kaffee rieche, da der intensive Kaffeeduft des Ladens sich in meine Kleidung hineingeschlichen hat. Und ich liebe es diesen köstlichen Duft mit mir herumzutragen. Und das sogar schon morgens um halb zehn.

Einige andere Cafés haben so früh noch gar nicht offen. Das „blaue Pony“ und das Caffe´ 42 sind beispielsweise meist erst ab mittags geöffnet, während man im TH2 und im „Stadtgeflüster“ auch schon zur frühen Stunde Kaffee und Frühstück bekommt. Da der Mühlenkamp und die nahe Umgebung jedoch mit so vielen herrlichen Cafés ausgestattet sind, fällt es nicht schwer, zu jeder Tageszeit eine passende Anlaufstelle für allerlei Köstlichkeiten zu finden.

In den meisten Geschäften rund um Poelchaukamp, Mühlenkamp, Gertigstraße und Co. herrscht morgens um halb zehn noch kein Hochbetrieb. Die meisten Läden machen nicht vor zehn Uhr auf. Somit muss sich die Shopping-hungrige Kundschaft die Zeit  erst mal beim Kaffeetrinken vertreiben. In einigen Läden jedoch sind die Verkäuferinnen bereits damit beschäftigt, die aktuelle Ware dekorativ in Szene zu setzen, damit sie den Kunden gleich bei Öffnung der Ladentüre ins Auge fällt. Bei Edeka und Penny klingeln die Kassen bereits seit acht Uhr morgens. Viele Frühaufsteher nutzen hier die Gunst der frühen Stunde, um bei nicht allzu viel Publikumsverkehr in Ruhe ihre Tageseinkäufe zu erledigen. Bei Budni sind vor allem schon einige Mütter mit Kleinkindern unterwegs, um sich mit der nötigsten Grundausstattung für den Tag auf dem Spielplatz am Goldbekplatz zu versorgen.

Wenn wir noch einen Rossmann hätten, würde sich dort mit Sicherheit das gleiche abspielen. Und da ich an manchen Tagen noch immer nicht mit dem Verlust klarkomme, fahre ich des Öfteren morgens um halb zehn auch mal nach Eppendorf: Dort erledige ich dann in aller Seelenruhe und nach Herzenslust meine Einkäufe bei Rossmann.

Morgens um halb zehn in Winterhude – da mag man meinen, dass es vielleicht noch ein bisschen früh ist, um ans Mittagessen zu denken. Allerdings sind auch um diese, für ihre Zunft vielleicht etwas frühe Zeit schon einige Wirte der ansässigen Bistros und Restaurants auf den Beinen um nach dem rechten in ihren Läden zu sehen. So stellen die Wirte des Mangia e Bevi in der Sierichstraße, des „Pasta e Vino“ auf dem Poelchaukamp, des kleinen Speisesaals, des La Bruschetta und des Salentino Stühle und Tische vor ihren Läden auf – damit die Mittagsgäste ihre Mahlzeiten während der Mittagspause bei gutem Wetter sogar noch im Freien genießen und sich rundum wohl fühlen können.

Im Reisebüro nebenan sind die Computer bereits hochgefahren und die ersten Kunden des Tages werden bedient. Die Mitarbeiter des Eiscafés ein Haus weiter haben schon die Bänke vor die Türen gestellt, damit ihre Kundschaft ihr Eis im Sitzen genießen können. Vor dem kleinen Tapas-Bistro wird an Stehtischen an manchen Tagen schon der erste Vino schnabuliert, während in der Piu Espresso Bar die Mittagskarte gut sichtbar auf eine große Tafel geschrieben wird.

In Winterhude ist es morgens um halb zehn alles andere als langweilig. Es ist immer herrlich, mit an zusehen, wie der Tag langsam in Gang kommt und jeder einzelne sich an die Aufgaben macht, die sein Tagewerk ausmachen. Ich liebe diese ganz besondere Tageszeit und bin jedes Mal wieder froh, wenn ich dabei sein und sie miterleben kann.
 
In diesem Sinne: ein Hoch auf Winterhude, das zu jeder Tageszeit strahlt!

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