
Jeder Aussteller auf der Messe "Hello Handmade" hatte ein eigenes Namens-Fähnchen an seinem Stand (Bilder: S. Hüners)

Veranstalterin Sophie Pester (29) "thront" über ihrer Messe für Handgemachtes auf Kampnagel

Besucher stehen um 12 Uhr mittags Schlange für "Helo Handmade"
Das Selbermachen sei gar nicht so schwer. „Über YouTube kann man das alles erlernen“, meint die Diplom-Designerin. Gestartet sei der Trend zum Handgefertigten in New York -Brooklyn. Die erste größere Internet-Plattform für Verkauf und Wissensaustausch rund um Do-it-Yourself hieß Etsy, die deutsche Antwort darauf war der Marktplatz DaWanda, so Sophie Pester. Mittlerweile sei Etsy auch auf dem florierenden deutschen Markt vertreten und böte hier unter anderem Workshops zum Selbermachen an.
Das Internet sieht Sophie Pester als Basis für den jüngsten Aufschwung im Do-it-Yourself. Das Verkaufen ohne Ladengeschäft sei so möglich geworden und man hätte einfach Zugang zur ganzen Welt. Die Gestaltung des aktuellen Ausstellungsplakates hatte die rührige Diplom-Designerin über das Internet ausgeschrieben. Da seien sogar Bewerbungen aus dem Kongo bei ihr eingegangen, erzählt sie. „Über Blogs entstehen einfach gute Kontakte, auch international. Darüber ist die Szene ziemlich gut vernetzt“, sagt Sophie Pester.

Katrin Eckerstorfer aus Salzburg häkelt Schmuck, Bikinis und Mützen. Sie findet, Deutschland ist immer einen Schritt voraus in solchen Trends wie diesem hier

Stefan Mosebach (l.) ist von der Grafik zu den selbstgenähten Taschen gekommen. Letztlich mache er vielerlei, sagt er. Mit ihm im Bild: Annabelle Dorn und Moris Landsberger

Das Porzellanfräulein Wiebke Lüdemann (l.) sowie Stephanie Möller. Die individuelle Keramikglasur erhält man in Winterhude an der Preystraße

Romina (31) und Hubert (27) besuchen den Markt zur Inspiration. Hubert schnitzt als Hobby Gegenstände aus Kokosnüssen oder Avocados

Anne Meyer vom Strickclub im "Lokal. e.V." zeigt Produktdesignerin Lena das Armbandstricken
Ein wenig wie handgestrickt wirken auch die beruflichen Biografien der Menschen hier. Die meisten stehen auf mehreren Beinen, auch Veranstalterin Sophie Pester. Neben der Organsisation von Hello Handmade und ihrem (schlafenden) Label Jodii hat sie noch einen Halbtagsjob als Basis. „Aber ich arbeite daran, von Hello Handmade zu leben“, sagt sie. „Ich liebe, was ich tue. Und Hello Handmade ist mein ‚Baby’“. Daher die gute Nachricht für alle Do-it-Yourselfer: Hello Handmade geht wohl auch in die dritte Runde, „das steht zu tausend Prozent fest“, erklärt die Self-made-Frau.
Susanne Hüners
Hier geht es zur Webseite von Hello Handmade.


