Der Boden unterhalb der Wäscherei ist vergiftet. Jetzt sorgen sich Anwohner um ihre Gesundheit

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Das Möbelhaus Die Wäscherei muss wegen einer aufwändigen Bodensanierung umziehen (Bild: S.Wallocha)

Das Möbelhaus Die Wäscherei muss wegen einer aufwändigen Bodensanierung umziehen (Bild: S.Wallocha)

Das Möbelhaus „Die Wäscherei“ zieht im Januar von der Jarrestraße 52 – 58 an den Mexikoring in die City Nord. Bereits auf Facebook ist der Umzug mit Einweihungsparty angekündigt. Der Grund: Der Boden unter dem Möbelhaus ist vergiftet und das Hinterhofgebäude auf dem Gelände soll bald abgerissen werden. Geschäftsführer Michael Eck sagt: „Wir wissen schon länger, dass die Umweltbehörde das Gelände sanieren will.“

Die bis 1991 ansässige Wäscherei Wulff verwendete LCKW auf dem gesamten Grundstück. LCKW steht als Sammelbezeichnung für „leicht flüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe, umweltgefährdende und krebserregende Gifte. Beabsichtigt oder aus reiner Unachtsamkeit versickerten die Chemikalien hier im Boden und kontaminierten Erdreich und Grundwasser. Laut Sprecher der Umweltbehörde, Volker Dumann gelangten kontinuierlich die leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffe Perchlorethylen (PER) und Trichlorethylen (TRI) in den Boden. Statt der erlaubten 20 Mikrogramm pro Liter Grundwasser haben Messungen zuletzt Werte von 1,43 Gramm ergeben.

Dumann sagt: „ Es handelt sich um eine sehr aufwendige und umfangreiche Sanierung. Ab April 2012 geht es los.“ Der sechsgeschossige Bau bleibe erhalten, der Gebäudetrakt links davon werde abgerissen. Nach dem Umzug des Möbelhauses erfolge schließlich die Bodensanierung.

„Das Grundstück geht am 1. März 2012 in den Besitz der Stadt über. Die reißt dann das Gebäude ab und saniert anschließend das Gelände bis Anfang Juni 2013“, sagt Dumann. „Auf dem Gelände werden neue Wohnungen entstehen“, sagt er weiter. Die Kosten für die Bodensanierung sollen rund fünf Millionen Euro betragen. Laut Dumann fallen 150 000 Euro allein für die Reinigung des Grundwassers an.


Bei der Bodensanierung des Grundstücks Jarrestraße 52-58 wird der nördliche Bereich bis zu fünf Meter tief ausgebaggert (Fachsprache „ausgekoffert“), der südliche bis zu sechs Meter. Die Umweltbehörde will Anwohner, Öffentlichkeit und Bezirkspolitik über den Bau und die Sanierung ausführlich informieren. Dazu wird es im Februar ein Anwohnerfaltblatt, eine Webseite und eine Info-Veranstaltung für alle Nachbarn geben.
Der Geschäftsführer des Möbelhauses, Michael Eck sagt: „Noch nutzen wir das Innenhofgebäude und hoffen, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt, wir spüren nichts von den Chemikalien. Allerdings höre ich, dass die Anwohner um ihre Gesundheit besorgt sind.“


Neben den Informationsveranstaltungen für die Anwohner befasst sich zunächst der Bezirksausschuss Umwelt, Verbraucherschutz und Verkehr (UVV) im Januar 2012 mit einem zeitlichen Ablaufplan.


Hanni Heinrich

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