Anwohner protestieren gegen geplanten Wohnungsbau

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Götz Schilinski auf seinem Balkon (Bilder: L. Krüger)

Götz Schilinski auf seinem Balkon (Bild: L. Krüger)

Mit Schildern und Protestbannern protestieren Anwohner gegen die Bebauung des Innenhofs zwischen dem Heidberg und dem Krohnskamp. Dr. Michael und Amanda Börner-Kleindienst, Eigentümer des Grundstücks Heidberg 21 bis 23a, planen auf der Fläche den Bau eines weiteren Wohnhauses. 14 Wohneinheiten zur Miete und eine neue Tiefgarage sollen entstehen.

Götz Schilinski, Inhaber einer Eigentumswohnung am Heidberg 25, bangt um seine grüne Oase im Innenhof. „Wir befürchten, dass der gemeinsame Hof zu eng bebaut wird und dass es durch die Wohnanlage sehr schattig werden wird. Vor einigen Wochen haben wir mit rund 40 Nachbarn und Anwohnern mit einer Kundgebung im Innenhof gegen die Baupläne des Grundstückeigentümers demonstriert.“

Für Winterhuder, die bekanntermaßen eher ruhig und wenig protestlustig sind, seien die Protestbanner schon eher ungewöhnliche Maßnahmen, sagt Schilinski. „Besondere Umstände erfordern eben besondere Maßnahmen. Wir sind ja hier nicht auf St. Pauli, wo man ständig auf die Straße geht und protestiert. Aber so etwas können wir uns auch nicht gefallen lassen, hier geht es um ein Stück grüne Lebensqualität vor unserer Haustür.“

Seit zwei Wochen hängt der Protestbanner inzwischen am Balkon von Götz Schilinski. Ob dieser Protest letztendlich die Baupläne von Grundstückseigentümer Dr. Michael Börner-Kleindienst beeinflussen kann, mag auch Schilinski nicht beantworten. „Wir hoffen natürlich, dass er seine Baupläne noch einmal überdenkt und uns mit dieser Entscheidung nicht einfach übergeht.“ Genaueres über den Stand der Pläne wisse er aber auch nicht.

Am 7. Oktober soll es eine Informationsveranstaltung im Goldbekhaus geben. Dort will Börner-Kleindienst dann mit seinen Mietern über seine Pläne sprechen.


Larissa Krüger


Lesen Sie dazu auch: Wohnungsnot macht erfinderisch – Neubau in Winterhuder Innenhof geplant

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5 Kommentare zu Anwohner protestieren gegen geplanten Wohnungsbau

  1. Anne K. sagt:

    Man sollte zuerst innerstädtisches Brachland, alte Gewerbegebiete, ungenutzte Büroräume (davon stehen sehr viele leer!), ebenerdige oder einstöckige Gebäude bebauen, bevor man an unsere Innenhöfe geht, die ja auch klimafördernd und nachbarschaftsfreundlich sind.

  2. Mariechen Müller sagt:

    Ja, super Ansicht, Herr Löwe. Da viele Hamburger den Stadtpark nicht nutzen können bzw. auch keinen Blick auf ihn haben, sollten wir auch den umgehend zubetonieren. Da passen bestimmt ganz viele Wohnhäuser drauf. Und dann muss das gemeine Fußvolk wenigstens nicht mehr die blöden grünen Bäume und Wiesen anschauen. Es reicht doch vollkommen, wenn ein paar Superreiche den hübschen Blick ins Grüne haben.

  3. Laurenz Löwe sagt:

    Es gibt auch in Winterhude tausende von Bürgern, die keinen grünen Ausblick vor oder hinter ihren Wohnungen vorzuweisen haben. Wieso nimmt Herr Schilinski dieses Recht für sich in Anspruch?

    • eine der Betroffenen sagt:

      Vielleicht weil er bestimmt dort hingezogen ist, weil es ein grünes Umfeld gibt. Was ist eigentlichso verwerflich daran, wenn man sein zu Hause schützen will?
      Es sind viele Anwohner dort hingezogen, weil es wenigstens im Innenhof eine grüne Oase gibt und weil man ihnen versprochen hat, das es so bliebe! Jetzt sehen sich diese Anwohner durch den Eigentümer getäuscht, das hat auch nichts mit fehlendem Wohnungsbau zu tun, das hat etwas mit verdienen zu tun. Sie wären dann bestimmt hoch erfreut, wenn ihr Vermieter dort wo Sie freiwillig hingezogen sind und wo es Ihnen vielleicht so wie es jetzt ist,gefällt, ein neues Haus in 10m Entfernung vor die Nase setzten würde! Prima!! Solche Mitmenschen die Kritiklos alles hinnehmen wünschen wir uns.

    • Anneliese Hass sagt:

      Für mich ist es eine Sünde, selbst in einer prächtigen Villa mit schönem Garten am Alsterufer zu wohnen und ca. 200 weniger gut situierten Anwohnern, sogar den eigenen Mietern, ihren 40 Jahre genutzten Innenhof einfach wegzunehmen.

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